Vortäge am 5. und 12. Oktober im Prinzenpalais

Zu zwei weiteren, interessanten Veranstaltung im Rahmen des Themenjahres 2023 »Julius Elster und Hans Geitel. Zwei Wissenschaftler erlangen Weltruhm« lädt der Kulturstadtverein zu folgenden Vortägen ein:

 

VORTRÄGE
Das Echo von Elster und Geitel: Radon im Harz heute

Um die Wende von 19. zum 20. Jahrhunderts begann in den Naturwissenschaften eine faszinierende Entwicklung. J.C. Röntgen, dessen Todestag sich 2023 zum 100sten Mal jährt, entdeckte 1896 neue Strahlen, kurz darauf Henri Becquerel in Paris die Radioaktivität und in den Weltzentren der Wissenschaft begann die Erforschung dieses Phänomens. Nicht weit von hier, in Halle an der Saale befasste sich der dortige Physikprofessor Friedrich Ernst Dorn auch mit Radioaktivität und entdeckte im Jahr 1900 die Radium Emanation („das aus Radium Herausgehende“). Heute nennen wir es Radon und dieses Edelgas ist nicht nur physikalisch allgegenwärtig, es ist in den vergangenen Jahren auch zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit gelangt. Obwohl Elster und Geitel daran keine „Schuld“ haben, waren ihre Arbeiten ein Meilenstein auf dem Weg, der inzwischen zur Ausweisung von Radon- Vorsorgegebieten im Harz geführt hat und der immer mehr Menschen fragen lässt, ob Radon in ihren Wohnungen oder Arbeitsplätzen vorkommt und ein Risiko darstellen könnte. Inzwischen wurden im Harz mehrere tausend Messungen von Radon durchgeführt. Die daraus abzuleitenden Erkenntnisse und ihre Einordnung in die Strahlenrisiken sind der Schwerpunkt des Vortrags von Dr. Klaus Flesch. Davor wird Dr. Gellermann einen kleinen Einblick in die Entdeckung des Radons geben.

Vorträge von Dr. Klaus Flesch und Dr. Rainer Gellermann
(Nuclear Control & Consulting GmbH Braunschweig.
Anerkannte Messtelle für Radonmessungen)
Donnerstag, 5. Oktober um 19.00 Uhr im Prinzenpalais

 

VORTRAG
Elster und Geitel – Forschung zu geogener Radioaktivität im frühen 20. Jahrhundert

In den frühen Jahren der Radioaktivitätsforschung benötigten die Forscher starke Strahler, um mit den damals verfügbaren Messinstrumenten Effekte nachweisen zu können. Daher konzentrierten sich viele Arbeiten auf entsprechend ausgestattete Laboratorien. Elster und Geitel gingen hier mutig ein Schritt weiter und führten gezielt Messungen in Bergwerken, Höhlen und anderen Orten der Umwelt durch. Bei Recherchen zu den Kalibergwerken im Brauschweiger Land wurden Dokumente von Messungen von Ester und Geitel im Kalibergwerk Hedwigsburg gefunden. Diese Dokumente werden vorgestellt und eingeordnet in die Messungen von Elster und Geitel in einem Stollen im Harz, Messungen an natürlichen Quellen und Labormessungen an verschiedenen Mineralien.

Der Vortrag schlägt darüber hinaus einen Bogen zum Stand der heutigen Radioaktivitätsforschung im Braunschweiger Land und geht auf Untersuchungsmethoden und Ergebnisse der PTB im Untertagelabor Asse (UDO), Ergebnisse weiterer Forschungsarbeiten mit radiometrischem Schwerpunkt, wie z.B. die Bewertung der K-40- Gehalte in den aus der Asse gewonnenen Kalisalzen, „natürliche Hotspots“ im Harz und eigene Messergebnisse mit Radon im Südschwarzwald ein.

Vortrag von Dipl.-Geologe Thomas Meyer
Donnerstag, 12. Oktober um 19.00 Uhr im Prinzenpalais